Walder Wyss: Aktuelle Vergabepraxis

Zulässiger, provisorischer Abbruch des Verfahrens mangels anforderungsgerechter Angebote. Neuausschreibung mit geänderten technischen Spezifikationen. Legitimation zur Anfechtung der Abbruchsverfügung. Verstoss gegen das Transparenzgebot durch nicht sachgerechte Bewertung als zusätzlicher, sachlicher Grund, das Verfahren abzubrechen. Abweisung des Gesuchs um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde.
Bundesverwaltungsgericht (Zwischenentscheid vom 18. Juni 2018).

Keine Legitimation einer kantonalen Gebäudeversicherung zur subsidiären Verfassungsbeschwerde gegen einen reformatorischen Entscheid des kantonalen Verwaltungsgerichts.
Bundesgericht (Urteil vom 15. Juni 2018).

Lieferauftrag Kuvertiersysteme. Beschwerdelegitimation des Drittplatzierten. Gelegenheit zur Nachbesserung der Angebote betreffend Eignungskriterien und technische Spezifikationen. Zulässiger Vorbehalt, Angebote auszuschliessen, welche diese Kriterien auch nach der Nachbesserung nicht erfüllen. Keine Pflicht, alle Anbieter, die technische Spezifikationen nicht erfüllen, formell vom Verfahren auszuschliessen. Konkrete Angebote müssen die Spezifikationen erfüllen. Zulässige qualitative Zuschlagskriterien.
Bundesverwaltungsgericht (Zwischenentscheid vom 13. Juni 2018). 

Dienstleistungsvertrag Bau- und Umweltbegleitung. Plausible Schätzung des Auftragswerts für Ermittlung der Schwellenwerte (Schwellenwerte für offenes Verfahren vorliegend nicht erreicht). Rechtsmittelbelehrung unterstellt Auftrag nicht dem Beschaffungsrecht und schafft kein Rechtsmittel, wenn die Schwellenwerte nicht erreicht sind. Nichteintreten auf Beschwerde, keine Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts.
Bundesverwaltungsgericht (Urteil vom 12. Juni 2018).


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